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(Nachtgebet)
Salat-ul-Layl
(Nachtgebet)
übersetzt von Mehdi Abbas Khalil

Der Qur´an über das Nachtgebet (Salat ul Layl):
"Und gedenke des Namens deines
Herrn des Morgens und des Abends und einen Teil der
Nacht. Und bete zu Ihm und preise Ihn einen großen
Teil der Nacht hindurch."
[25,26:76]
"Die Gläubigen aber werden in
Gärten und bei Wasserquellen weilen und empfangen,
was immer ihnen ihr Herr gibt, dieweil sie vordem
rechtschaffen gewesen waren. Sie schliefen nur einen
kleinen Teil der Nacht."
[15-17:51]
"Bringe einen Teil der Nacht
wach im Gebet zu, als gute Tat, die über das Gesetz
hinausgeht. Vielleicht wird dich dein Herr so einst
zu einer ehrenvollen Stellung erheben."
[79:17]
Ablauf:
Das Nachtgebet besteht aus elf Gebetsabschnitten (Raka'at),
jedoch ist es in drei Teile aufgeteilt. Man sollte
es so beten:
Die ersten 8 Raka'ats in Form von zu je 2 Raka'at
mit der Absicht das Nafila-Gebet "Salat-al-Lail" zu
beten. Danach 2 Raka'at mit der Absicht das "Schafa'a"
Gebet zu beten. Für dieses Gebet ist es wichtig zu
erwähnen, dass kein Dua Qunut rezitiert werden darf
und die letzte Raka'at wird mit der Absicht des "Salat-al-Witr"
zu beten absolviert. In der letzten Raka’at ist es
wichtig zur Sprache zu bringen, dass hier wiederum
das Dua Qunut ein unerläßlicher Bestandteil ist. Ich
gehe nun auf jedes einzelne Gebet näher ein.
Im Allgemeinen ist es zulässig, die oben beschriebenen
drei Gebete, die Zusammengefasst als „Salat-al-lail“
bekannt sind, wie das normale Morgengebet (al-fajr)
zu verrichten.
Im Mafatih-ul-Jinaan wird das Salat-al-Lail
folgendermaßen zu beten empfohlen:
Wie oben beschrieben werden die
ersten acht Raka'at („Nafila-Gebet“) in vier zweier
Raka’at Gebete aufgeteilt. In diesen vier einzelnen
Gebeten sollte man in der ersten Raka’t nach
Sure al-Fatiha die
Sure al-Ikhlas (Sure 112)
und in der zweiten
Sure al-Kafirun (Sure 109)
rezitieren. In der zweiten Raka’t ist Dua Qunut
empfohlen, dieses kann aus einem Salawat (Allahumma
salli ’alaa Muhammad wa Aali Muhammad (Oh Allah,
segne Muhammad und die Familie von Muhammad)) oder
dreimaliges rezitieren von Subhanallah (Preis sei
Allah) bestehen. In den restlichen Raka'at kann nach
der
al-Fatiha eine beliebige
kleine Sure rezitiert werden.
In den zwei Raka'at des Schafa’a
Gebets ist es empfohlen wie folgt vorzugehen. In der
ersten Raka't nach der
al-Fatiha Sure
an-Nas (Sure 114) und in
der zweiten nach
al-Fatiha
Sure al-Falaq (Sure 113)
rezitieren. In diesem Gebet muss man darauf achten,
wie schon oben erwähnt, kein Dua Qunut zu
rezitieren.
Nun folgt die einzelne Raka’t
des Salat-al-Witr. In dieser ist es empfohlen nach
der
al-Fatiha drei mal
Sure al-Ikhlas (Sure 112),
ein mal
Sure al-Falaq (Sure 113)
und ein mal
Sure an-Nas (Sure 114) zu
rezitieren. Anschließend folgt das Dua Qunut, dass
man auch auf seiner eigenen Sprache sprechen kann.
Empfohlen ist aber, es im arabischen Original zu
verlesen.
Es gibt verschiedene Versionen des Dua
Qunut, ich gebe im Folgenden die kürzere Version
wieder:
„Bismillahi-r-Rahmani-r-Raheem (Im Namen
Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen)
Laa ilaaha il-Allahul-haleemul-Kareem (Es gibt
keinen Gott außer Allah, Dem Geduldigen, dem
Großzügigen)
Laa ilaaha il-Allahul-’aliyul-’adheem (es gibt
keinen Gott außer Allah, dem Hohen, dem
Allmächtigen)
Subhanallahi rabba-s-samawati-s-sab’ (Gepriesen sei
Allah, Herr der sieben Himmel)
Wa Rabbil-ardheena-s-sab’ (Und Herr der sieben
Erden)
Wa maa feehin-na wa maa bayna hun-na (Und was immer
in ihnen und zwischen ihnen ist)
Wa maa fauqa hun-na wa maa tahtaa hun-na (und über
und unter ihnen)
Rabbul ’arshil-adheem (Herr des mächtigen Thrones)
Wa salamun ’alal mursaleen (Friede sei mit den
Gesandten)
Wal-hamdulillahi Rabbil-’aalameen (Aller Lob gebührt
Allah, dem Herrn aller Welten)
Was-salallahu ’alaa Muhammadin wa Aalihit-tahireen
(Oh Allah, segne Muhammad und seine reine Familie)“
Nun bittet man 70 mal um Vergebung:
70 x „Astaghfirullaha Rabbi wa atu bu-ileyh (Ich
frage um die Vergebung Allahs, meines Herrn, und
wende mich ihm zu)“
Danach bittet man für vierzig Gläubige (Mu’mineen)
Männer und Frauen, seien sie am Leben oder nicht,
wie folgt, vierzig mal um Vergebung:
40 x „Allahumma-ghfirli __________” (Oh Allah,
vergib __________)
Die freigelassene Lücke wird durch den Namen
des Gläubigen, für den man um Vergebung bitten
möchte ergänzt. Außer die Namen von Verwandten und
Freunden zu nennen, sollte man auch jene Ulema
(Gelehrte) nicht vergessen, die sich ihr Leben dem
Islam geopfert haben.
Wenn man nicht vierzig Gläubige nennen kann, so sollte
man soviel wie möglich nennen und dann sagen „Allahummagh-firlil
Mu’mineena-wal-Mu’minaat“ (Oh Allah, vergib allen
weiblichen und männlichen Gläubigen“
Hiernach rezitiert man:
„Asgahfirullahal-ladhee Laa ilaaha illa
huwal hayyul-qayyum. Li jami’iz-dhulmi wa jurmi
wa israafi ’alaa nafsi wa atu bu-ileyh“ (Ich frage
um die Vergebung Allahs, der, außer dem es keinen
Gott gibt, den ewig lebendigen, den fortdauernden,
für all meine Unterdrückung und meine Sünden und den
Exzessen meiner Seele und wende mich Ihm reuevoll
zu.)
7 x rezitieren:
„Haadha maqaamul ’aaidhi-bika minan-naar“ (Dies ist
die Stellung desjenigen, der Zuflucht zu DIR vor dem
Feuer sucht)
100x rezitieren:
„Al-’afwa“ (Vergib mir)
Abschließend rezitiert man:
„Rabb-aghfirli war-hamni wa tub-’alayya Innaka
antat-tawwaabur-raheem“ (Mein Herr, vergib mir und
begnadige mich und wende Dich mir zu, sicher bist Du
der Oft-Zurückwendende, der Barmherzige)
Hiermit ist das Dua-Qunut beendet und man
setzt das Gebet wie gewohnt bis zum Ende fort.
Insgesamt hat man nun 11 Raka’at gebetet und das
Salat-al-Lail verrichtet.
Überlieferungen
Der Prophet (ص) sagte: „Sprecht jedes Gebet so,
als wäre es euer letztes.“ (Bihar-ul-Anwar, vol.
69, s. 408)
In Nahjul Balagha sagt Imam Ali (ع): „Wie
glücklich ist jemand, der die Pflichten seinem Herrn
gegenüber erfüllt. Gott ist sein Helfer und lobt
sein Tun. Er zerdrückt wie ein Mühlstein die Sorgen
und Leiden unter seinen beiden Flanken. Des Nachts
flieht er vor dem Schlaf und bleibt wach...
Er gehört zu denen, denen die Sorge um den
Tag der Rückkehr, den Schlaf aus den Augen raubt.
Jene Schar, die sich von ihrem Bettlager erhebt und
die ihre Lippen leise ihres Herrn gedenkend, bewegt.
Sie sind die Partei Gottes. In der Tat! Sie sind die
Geretteten.“
Imam Jaafar as-Sadiq (ع) sagte: "Die Freude Allahs (swt) lieg im Salat-al-lail!"
Ebenfalls sagte Imam Ja'afar as-Sadiq (ع): "Allah (swt) – der Vortreffliche und der Größte
sagte, dass der Wohlstand und die Kinder die
Verschönerung für das Diesseits sind und sicher sind
die 8 Raka'at (des Nachtgebets), die ein Diener
(Allahs), am Ende der Nacht durchführt, eine
Verschönerung des Jenseits (für das nächste Leben)."
Der edle Prophet (ص) sagte: "Drei Dinge beschert dem Herzen eines Gläubigen
Fröhlichkeit:
a) Besuchen seiner (Glaubens-)Brüder in
Vertrauen
b) das Fastenbrechen
c) das Aufwachen im späteren Teil der
Nacht um Salat-al-lail zu beten."
Imam Jaafar as-Sadiq (ع) sagte: "Die Ehre und Größe einen Gläubigen liegt in
seinen Gebeten in der Nacht."
Imam Ali der Fürst der Gläubigen (ع) sagte: "Das Aufstehen in der Nacht ist gesund für den
Körper."
Der edle Prophet Mohammad (ص) sagte: "Wenn der Diener Allahs sich in der Mitte der
Nacht an seinem Gebieter (Allah swt) wendet, und
zu Ihm flüstert (betet), Allah errichtet ihm ein
Licht in sein Herz … dann sagte Er den Engeln: O,
meine Engel, guckt auf Meinen Diener. Er wendet
sich in der Mitte der Nacht an Mich wo die Falschen
spielen und die Achtlosen schlafen, vergiss nicht,
dass Ich ihm verziehen habe."
Der Prophet (ص) sagte ebenfalls: "Wer auch immer die Möglichkeit hat das
Nachtgebet (salat-al-lail) zu rezitieren (zu beten),
egal ob ein männlicher Diener oder eine weibliche
Dienerin, und er oder sie beten Allah aufrichtig an,
machen eine korrekte Gebetswaschung (wudhu'), beten
zu Allah mit einer wahren Absicht, einem
aufrichtigen Herzen, einem bescheidenen Körper und
mit tränengefüllten Augen, Allah setzt hinter ihnen
neun Reihen von Engeln. Die Zahl an Engeln kann,
außer von Allah, nicht gezählt werden. Eine Seite
jeder Reihe ist im Osten und die andere ist im
Westen. Dann, wenn er sein Gebet durchführt, erhält
er die Belohnung von allen Engeln in den Reihen."
Ein Mann kam eines Tages zu Imam Ali (ع) und sagte:
"Ich versäumte es die Möglichkeit zum Nachtgebet
zu nutzen." Darauf antwortete Imam Ali (ع):
"Deine Sünden haben dich daran gehindert."
Daran sieht man ganz deutlich, dass unsere Sünden uns
verhindern das Nachtgebet zu verrichten. Wenn man
sich zum Beispiel vor dem Schlafen vornimmt zum
Nachtgebet aufzuwachen und dann doch nicht aufwacht,
so liegt das an den Sünden die auf einen lasten.
Ich möchte hier noch anmerken, dass es für die
Ma’sumeen (Sündenlose), wie der Prophet (ص) oder
seine reine Familie (Ahl-ul-Bayt a.s.) Pflicht war,
das Nachtgebet zu beten.
Quelle: "Salatu layl" H. & T. Kassamali,
http://www.duas.org,
http://al-islam.org/salatullayl/
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